Ohne Jana und Alex durch Island 4

2009 - Island — von Hümmel am 20. Juli 2009 um 17:07

Kaum waren wir alleine, kam die Sonne raus. Die bisherigen beiden Wochen waren ja eher durchwachsen; es war zumindest kein Sommerurlaub im klassischen Sinne. Aber jetzt … mit unserem neuen Mietfahrzeug Citroen Berlingo ab in die Wildnis. Kaum waren wir nach einer kurzen Fährüberfahrt, mal wieder nach einer etwas kälteren Nacht, am Strand angekommen, konnten wir erstmal 2 Stunden Sonne tanken und Seehunde live und fast hautnah betrachten.

Dann weiter nach Latrabjark. Einer Vogelklippe mit 3-stündiger Anfahrt. Bis zu 150m gehen die Klippen steil und senkrecht nach unten. Unsereins liegt vollkommen gefährdet am oberen Rand und starrt nach unten mit Tele in der Hand um landende Papageientaucher vor die Linse zu bekommen. Was für ein Gewirr, Millionen unterschiedlicher Vögel hierarchisch nach Art in die Klippe einsortiert. Aber diese Papageientaucher, einfach nur süß und putzig. Schweren Herzens sind wir dort wieder weg. Jetzt wurde das Island noch karger, es ist ja eh schon sehr dünn besiedelt, aber hier auf den äußeren Halbinseln, ich weiß ja nicht. Als die Stimmung so gerade auf dem Tiefpunkt war … ein grandios romantischer Zeltplatz. Vorne der Fjord mit einer kleinen Bucht, hinten der 100m breite und 50m tiefe Wasserfall. Berlingo aufgemacht, Zelt aufgebaut, Spiritusbrenner angefeuert und den Wein eingeschenkt … schöner Abend. Island09_0881 Island09_0885

Langsam ging uns die Einöde echt auf den Geist und das Wetter wurde auch schlechter. Also im Galopp (wirklich, da wir unterwegs noch Reiten waren) zurück nach Reykjavik und dort noch die ganzen Themalwunder und erkaltete Lava angeschaut. Mit einem Fuß kann man hier auch auf Europa stehen und mit dem anderen auf Amerika. Eine Spalte zwischen zwei Kontinentalplatten. Die Blaue Lagune kann man sich übrigens schenken. Ca. 40 € Eintritt für ein Open-Air Solebad mit weißem Schlamm, dicken häßlichen amerikanischen Touristen, total überlaufen und keine “Entspannungszone”; es gab schlichtweg keine Liegestühle oder ähnliches.

Nun ja, drei Wochen Island sind vorbei. Gemischtes Wetter, gemischtes Land. Die Wildnis und die Einsamkeit haben teilweise gut getan, aber die Natur ist nicht gerade abwechslungsreich. Lohnen tut es sich aber auf alle Fälle, Am meisten Leid haben  uns die ganzen Radwandere getan; bei Sturm und Hagel die ganzen Berge hochkratzen, mit voll Gepäck … dazu muß man wohl geboren sein.

Stichworte:

Pinnwand: Hier kommentieren Sie!

Sie müssen sich einloggen, um zu kommentieren.