Ngorongoro Conservation Area und Krater
2008 - Tansania — von Hümmel am 25. Oktober 2008 um 13:10Nachdem wir noch zwei Tage im Arusha National Park gechilled haben, geben wir schweren Herzens unseren gemieteten Jeep wieder ab. Andrea wollte nie fahren, ich fühle mich so, als ob ein Stück Freiheit verlieren würde.
Am nächsten Morgen geht es dann weiter. Eine geführte, mehrtätige Tour in die Ngorongoro Area samt Kraterfahrt und später Wanderung durchs Massai-Land in Tansania. Wir starten in Arusha und treffen uns alle im Tour-Büro. Alle? Alle, das sind Andrea, Gerald, ein doch recht netter anderer Tourist, unser Fahrer, unser Koch und unser Guide. Wow, was für ein Verhältnis: 1 zu 1; Reisende zu Begleitpersonal. Die moderne Form des Kolonialismus? Man könnte es auch „Royal Trekking“ nennen. Die Abfahrt verzögert sich, der Wagen muss noch getankt werden, unser Lunch muss noch organisiert werden, wir zahlen in bar in Euro, sie hatten US$ erwartet … aber ok, that’s Africa. Gegen Mittag begrüßt uns unser Guide, hat eine Halbliterflasche Pils in der Hand und anscheinend letzte Nacht etwas gefeiert.
Nach ca. 3 Stunden Fahrt erreichen wir endlich das Gate. Kurz darauf sind wir oben, oben am Kraterrand und schauen in den Ngorongoro runter. Eine mächtige, unvorstellbare Große Ebene tut sich vor uns auf. Beeindruckend. Die Ausmaße sind mit normalen Kameras nicht festzuhalten. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Kurzes Stück weiter ist unsere Campside. Nicht weit vom Kraterrand entfernt. Während unser Fahrer und unser Guide unsere Zelte samt Feldbetten aufbauen, unser Koch das Abendessen zubereitet, vertreten wir uns bisschen die Beine. Natürlich sind noch andere Gruppen vor Ort, aber keine so klein wie wir. Ein großer Marabu hüpft durchs Camp auf der Suche nach Speiseresten, ein Elefant trottet am Rand entlang, andere Touris gehen zu nah ran und werden von Ihren Guides zurechtgewiesen. Die Nacht wird etwas kühl, nachts mal raus wasserlassen … ran an den nächsten Baum … was für zwei Punkte spiegeln da mein Taschenlampenlicht? Büffel! Büffel 5 Meter von mir entfernt und auf Grund nicht näher zu erläuternder Umstände kann ich mich gerad nicht bewegen. Nun ja, in die Hose kann ich mir ja nicht mehr machen. Ich schleiche mich wieder von dannen; nochmals Glück gehabt.
Am nächsten Morgen dann die Abfahrt in den erloschen Krater. Es ist sowas wie das achte Weltwunder; verschiedenste Tiere leben hier, gehen die steilen Hänge auf und ab; paar Hippos sind dauern da. Wir fahren durch die endlosen Weiten mit unserem Jeep. Unsere Begleiter sind etwas enttäuscht da nicht ganz so viele Tiere da sind. Da wir schon im Tarangire N.P. und in der Serengeti waren,
berauschen wir uns an dem Ort selbst. Und dann noch ein Highlight. Ein balzender Straußenjunge … seine Geliebte einige hundert Meter entfernt, windend und tanzend sucht er sich seinen Weg, plustert sich auf, zeigt sein Gefieder. Seine Müh wird belohnt … er darf sich nähern. Nach dann einem doch recht kurzem Intermezzo zieht er wieder von dannen … sie sieht aus wie ein Vogel danach aussieht: Durchgev*………
Ein Ort mit ungewöhnlicher Stille und Anmut. Obwohl wir von den Kraterbergen umrandet sind, ist es ein unfassbares Gefühl der Weite. Trotz der 100 US$ Eintritt pro person für den Krater alleine, hat es sich trotzdem gelohnt. Wir verlassen das Tal der Schönheit auf der anderen Seite und fahren in die Massai-Hochebene ein.


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