Serengeti National Park

2008 - Tansania — von Hümmel am 20. Oktober 2008 um 15:10

Und weiter geht’s in den Serengeti National Park; den Serengeti National Park. Über die Ngorongoro-Ebene fahren wir ca. vier Stunden eine doch recht holprige und baufällige „Hauptstraße“ in die Serengeti. Viel Ödnis, wenig Bäume entlang der Prärie. Hin- und wieder sieht man am Horizont vereinzelt Tiere. Je näher wir uns den Parkgrenzen nähern, desto zahlreicher werden sie. Alle ziehen Richtung Serengeti, als ob es dort die Konferenz der Tiere geben würde. Dann wieder das übliche Prozedere an den Gates. Zahlemann und Söhne: 100US$ pro Tag und Person, 50 US$ je Tag der Mietwagen und 30 US$ je Nacht und Person Campingplatzgebühr. Campingplatz? Also die Erlaubnis in der Serengeti auf ausgewiesenen Grünflächen mit Plumpsklo übernachten zu dürfen. Wird ein teurer Spaß für die nächsten 4 Tage; aber nur so ist wohl dieses einzigartige Naturparadies zu erhalten. Und wir wollen uns ja nun auch wirklich Zeit lassen für diese einzigartige Safari; wenn wir schon mal hier sind.

Tansania08_0242 Kaum sind wir im Park, eine andere Welt! Kniehohes Gras, kleine Wälder, Seen, Tümpel und hinter jeder „Ecke“ kann ein Tier stehen. Und meistens steht dort auch ein Tier, oder zwei, oder drei oder … Serengeti-Land ist Zebra-Land. Und Gnu-Land. Und Giraffen-Land. Und Elefanten-Land. Und Hyänen-Land. Und hin- und wieder auch Löwen- und Geparden-Land. Auf weitere Ausführungen verzichten wir aus Platzgründen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und Weite. Große Herden von Tieren ziehen an uns vorbei oder wir an Ihnen. Links des Weges steht eine große Herde Gnus und starrt zu uns herüber. Zu uns? Nein, rechts des Weges haben sich zwei Löwen im Gras versteckt. 2 Stunden später sitz ein Leopard ganz ruhig direkt an der Fahrbahn und blickt über die Weiten der Prärie, sucht sein nächstes Opfer und sprintet los. Was für ein Schauspiel! Wir stellen fest, dass unsere „Safari-Lucke“ im Dach nicht zu öffnen geht. Vielleicht hätten wir uns das bei der Mietwagen-Übergabe doch mal zeigen und nicht nur erklären lassen sollen. Aber ok, that’s Africa.

Wir übernachten auf einer ausgewiesenen Grasfläche, eine kleine Schutzhütte soll Schutz bieten im Falle einer Tierinvasion. Was durchaus vorkommen kann. Keine 200 Meter entfernt grasen Büffel. Weitere 200 m entfernt zieht eine Giraffenherde vorbei. Tansania08_0411 Wir kochen unsere Nudeln in der Schutzhütte (statt Fenster gibt es ein Drahtgeflecht), machen eine Flasche Rotwein auf und genießen den Abend in der Wildnis. Gewaschen wird sich über Blechschüsseln mit Wasser aus großen Vorratstanks. Es regnet in der Nacht. Aha, unser Dach ist nicht dicht. Wir stellen Schüsseln auf das Dach und auf unsere Matratze. Aber ok, that’s Africa.

Am nächsten Tag geht es weiter durch die Serengeti Richtung Norden. Dort stehen 5 Jeeps in einer Reihe; dort muss es was zu sehen geben. Löwen! Im tiefen Gras liegen Löwen.  Man stellt sich hinten an und wartet 30 Minuten, bis wir in die Spotposition kommen. Jetzt haben wir direkten Blick zu den Löwen. Nun ja, die anderen Touris drängeln ein kleinwenig von hinten. Wir sind glücklich so viel Zeit zu haben und eine „Selbstfahrer-Safari“ organisiert zu haben. Weiter geht’s. Zehn Minuten später wieder Stau. Ein Riesenelefant steht am Tansania08_0473 Wegesrand. Eingekeilt von drei Jeeps. Nun gut, zumindest werden die Tierchen nicht mehr erschossen. Von der Seite kommen weitere zwei Exemplare…. Respekt! In den nächsten Tagen verlassen wir die Standard-Routen und schlagen uns mehr in den „ruhigeren“ Norden durch. Jetzt begegnet uns vielleicht noch alle zwei Stunden ein anderes Auto. An Wasserlöchern stehen jetzt ganze Elefantenherden mit kleinen, süßen Dumbos. Wir wollen hier nicht wieder weg. Teilweise hat es stark geregnet, die glitschigen Lehmstraßen machen jetzt enorm viel Spaß zu befahren, zumindest mir. Andrea ist auf dem Beifahrersitz etwas mulmig.

Wir verlassen die Serengeti und fahren über 10 Stünden durch die einsamste Einsamkeit. Jetzt stehen immer wieder Massai mit ihren Rindern am Wegesrand. Das fahren macht noch mehr Spaß; immer wieder durch Flüsse durch, Huckelpiste … Serpentin runter in den Afrikanischen Graben. Gegen Abend erreichen wir die Zivilisation und einen richtigen Campingplatz. Es folgt eine ausgiebige Dusche. Wir sind total entspannt.

Und noch ein, ok that’s Africa: Auf dem Campingplatz treffen wir andere Selbstfahrer mit einem Dachzelt-Jeep unserer Autovermietung. Die Autovermietung hat nur einen Dachzelt-Jeep. Unser Jeep sollte ja kaputt sein. Denkste, die anderen haben ihn für drei Wochen gemietet … da haben die wohl den Vorzug bekommen. Ok, that‘s Africa.

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